Pflege & Reparatur

Wie jedes Sportgerät und auch Teile eurer Bergsportausrüstung, müssen auch die Kletterschuhe ordentlich gewartet und gepflegt werden. Im Prinzip geht das deutlich einfacher als beim Auto. Man muss lediglich die Sohle sauber halten – sonst verlieren die Kletterschuhe merklich an Reibung – und einige Kleinigkeiten beachten. Und ihr wisst ja, gute Reibung auf einer Platte ist Gold wert. Am besten reinigt man die Sohle mit warmen Wasser und einer Bürste, ohne Chemikalien. Dies müsst ihr natürlich nur machen, wenn die Sohle dreckig ist. Am Fels, kurz vor dem Einstieg wirkt eigene Spucke, auf die Sohle aufgetragen und trocken gerieben, wahre Wunder.

Das Innere der Schuhe sollte man nach dem Klettern an der frischen Luft trocknen, um dem Gestank vorzubeugen. Ist das bei Kletterschuhen aus Leder nicht so dramatisch, so ist es besonders bei Modellen aus Synthetikmaterial besonders wichtig. Das einzige was gegen den Gestank wirklich hilft, ist die Verwendung von Socken – so gelangt nicht so viel Schweiß in das Futtermaterial. Wird ein Kletterschuh nach dem Vollschwitzen nicht richtig trocken und beim nächsten Klettern wieder mit dem Schweiß konfrontiert, mehren sich die Bakterien und auch der Geruch. Alle andere Mittel und Methoden – wie Waschen in der Waschmaschine, einfrieren, Schuhdeos usw. – bringen, wenn überhaupt, nur einen kurzzeitigen Erfolg.

Die Schuhe sollten nicht in die Sonne gelegt werden – das schadet nicht nur dem Leder, sondern zerstört auch die guten Eigenschaften des Gummis. Auch ein heißer Kofferraum kann für die Kletterschuhe verheerend sein, da die Hitze zum Ablösen der Verklebungen beitragen kann.

Laufen in Kletterschuhen sollte auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Dies ist schlecht für die spezifische Form (Vorspannung und Downturn) und macht den Schuh auf Dauer kaputt. Nach dem Klettern die Schuhe am besten gleich ausziehen und die Flip Flops anziehen. Um die Lebensdauer der Kletterschuhe zu verlängern, sollte man auf die eigene Fußtechnik beim Treten achten. Je weniger unnötige Wandkontakte die Schuhspitze hat, desto später bekommt sie ein Loch.

Löcher in der Spitze der Sohle sind auf kurz oder lang ein unausweichliches Problem bei Kletterschuhen. Die Löcher entstehen durch den Abrieb am Fels und besonders in der Halle an den rauen Wänden. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, der Qualität des Gummis und der eigenen Technik, bis die Sohle an der Spitze verschlissen ist. Früher oder später ist jeder Kletterschuh kaputt. Spätestens dann muss man sich entscheiden: soll er wiederbesohlt werden oder nicht. Die Entscheidung ist eine Frage des Geschmacks und vor allem des Geldbeutels. Eine Wiederbesohlung kostet beim Schuhmacher vor Ort oder im Internet in der Regel um die 35,00 Euro. Dafür bekommt man ein komplett runderneuertes Paar Kletterschuhe mit neuen Sohlen und Randgummis.

Ein wiederbesohlter Kletterschuh ist weder wie neu, noch ganz der Alte. Durch die Reparatur verändert sich oft die Passform etwas und somit muss der Kletterschuh evtl. erneut eingeklettert werden. Auch die Performance kommt an das Original nicht mehr heran – da darf man keine Wunder erwarten. Am besten gelingen die Reparaturen, wenn der Randgummi nicht mit erneuert werden muss. Es lohnt sich also nicht bis zum Letzten zu klettern und daumengroße Löcher in der Spitze zu haben. Bleibt ein Millimeter Sohle über, empfehlt sich bereits eine Wiederbesohlung. Bei günstigen Modellen im Bereich 70 € lohnt eine Wiederbesohlung kaum, bei Spitzenmodellen im Bereich 130 € wird eine Reparatur immer lukrativer, mit allen beschriebenen Vor- und Nachteilen.

Möchte man keine Einbuße bei der Performance, sollte man sich für einen neuen Kletterschuh entscheiden. Dies ist zwar teurer, lohnt sich aber oft mehr, als sich über eine evtl. misslungene Wiederbesohlung zu ärgern. Am besten ist auch hier: “Ausprobieren und eigene Erfahrungen sammeln”.